Mein erstes Büchlein

Die Weinbergschnecke, eine bunte, handgezeichnete Schnecke. Hauptfigur meines Büchleins.
Die Weinbergschnecke, die Farben so sehr liebte. Sie ist die Hauptfigur in meinem Büchlein.

Den Winter 2018/19 verbrachte ich im Ort meiner Kindheit und in der Abgeschiedenheit begann ich, täglich zu schreiben. Es ist gleichzeitig meine Therapie, mit dem umzugehen, was in meinem bisherigen Leben geschah. Wie nebenbei entstand ein Buchentwurf, ein paar andere Texte und das Märchen „Die Weinbergschnecke, die Farben so sehr liebte”.

Um mich technisch auf den aktuellen Stand zu bringen, produzierte ich aus dem Märchen von der Weinbergschnecke ein Booklet, welches ich bei BoD veröffentliche. Es ist gleichzeitig ein kleiner Vorgeschmack auf das in Bearbeitung befindliche Buch.

Das Büchlein kann bei BoD erworben werden, dazu braucht man jedoch eine Registrierung im Shop bei BoD. Wer es beim Buchhändler des Vertrauens kaufen möchte, kann es unter der ISBN-9783749434657 bestellen.

Als Kind zeichnete ich bei jeder Gelegenheit eine Weinbergschnecke. Sie hatte meistens noch ein Fenster in ihrem Häuschen und einen Rauchfang. So ein Häuschen will beheizt werden. Dann gab es die verschiedensten Situationen, in denen die Schnecke sich wieder fand. Eine Zeit lang fand sich wohl in jedem meiner Schulbücher eine Schnecke. In einer Zeit, in der ich vor großen persönlichen Veränderungen stand, kam mir die Schnecke wieder in den Sinn, ich zeichnete sie und nun bekam sie auch eine Geschichte. Hier ist eine Leseprobe:

Leseprobe: Die Weinbergschnecke, …

Es war einmal eine Weinbergschnecke. Sie lebte auf einer Weinterrasse. Von dieser Terrasse aus hatte sie einen wunderbaren Ausblick über ein Flusstal. Jetzt, im Frühling, liebte sie diesen Ausblick ganz besonders. Den ganzen Winter über hatte sie zurückgezogen in ihrem Schneckenhaus verbracht. Abgekapselt von der Aussenwelt und in einem Dämmerschlaf verbrachte sie die Zeit. 
Sie genoss es, sich endlich wieder bewegen zu können und die Fühler in die frische Frühlingsluft zu strecken. Ihre Augen konnten sich nicht satt sehen an den Frühlingsfarben. Erst kam ein zartes Grün zum Vorschein. Dann blühten ganz viele gelbe Blumen. Danach wurde es so richtig bunt: Violett, rot, lila, orange, … Die Schnecke liebte das Farbenspiel, reckte die Augen nach links, nach rechts, nach vorne, nach oben. 
Wie gut, dass sie sich so langsam bewegte und jeden farbenfrohen Augenblick geniessen konnte! Andere Tiere machten sich gerne über das Schneckentempo lustig. Die verstanden einfach gar nichts von Ruhe und Gelassenheit. Die Schnecke liess sie lachen und kümmerte sich nicht weiter darum.
Das Einzige, was sie traurig stimmte, das war der Blick nach hinten. Der Blick auf ihr Häuschen. Das war langweilig erdbraun und wenn es nicht so praktisch wäre, das eigene Haus bei sich zu haben, dann wäre sie längst Nacktschnecke geworden. Die Schnecke vermied es also, so gut es ging, nach hinten zu schauen und stellte sich vor, ihr Häuschen wäre bunt wie ein Regenbogen. So liess es sich gleich viel besser ertragen.

Auszug aus dem Booklet „Die Weinbergschnecke, die Farben so sehr liebte“

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