Passivhaus in Senftenberg zu verkaufen.

Passivhaus, Südseite
Das Passivhaus auf der Südseite mit Sonnenterrasse.

Dieses Passivhaus habe ich mit dem damaligen Architektenteam von Genböck mit geplant. Mein Mann und ich hatten ein paar Punkte, die unbedingt beachtet werden mussten. Dazu gehörten 2 Waschtische, 2 Büroräume und 2 WC, da wir festgestellt hatten, dass wir auch bei freier Zeiteinteilung immer gleichzeitig im Badezimmer standen.
Weitere Ideen waren, möglichst umweltschonend zu bauen und die Betriebskosten gering zu halten. Umgesetzt haben wir es mit einer wartungsfreien Lärchenholzfassade (die lt. Herstellern mindestens 99 Jahre hält), extensiver Dachbegrünung (die einzige versiegelte Bodenfläche ist der Bereich der Aussentreppe), Regenwassersammlung, Photovoltaik (wg. damaliger Förderrichtlinien ist das nur vorbereitet) und eben Passivhaus (damals eines der ersten 1.000 in ganz Österreich) mit inzwischen erprobtem Heizaufwand von 1-2 Festmetern Buchenholz.

Großzügige Weite im Inneren des Passivhauses

Küche im Passivhaus
Die Küche als Zentrum des Hauses.

Innen ist das Haus modern geradlinig und offen. Es wirkt weit größer, als es in Wahrheit ist und die Küche war für mich das eigentliche Zentrum des Hauses. Ich koche gerne und an der Kochinsel konnte ich mich kochend mit den Gästen unterhalten. Wenn mir jemand „in den Kochtopf schauen wollte“, war das genauso möglich, wie gemeinsames Kochen ohne einander auf die Zehen zu steigen.
Auch den Garten haben wir naturnahe gestaltet, verwendeten kein einziges Mal Chemie und pflanzten heimische Hecken und alte, zur Lage passende Obstsorten. Die großzügige Kräuterspirale lieferte viel mehr, als ich verarbeiten konnte und die duftenden Blüten lockten viele Insekten an. Auch Eidechsen, Blindschleichen und ein Igel fühlen sich in dem Garten wohl. Dafür gibt es keine gefrässigen Nacktschnecken. Vielleicht fanden unsere Nachbarn unseren Garten nicht soooo toll, ich konnte mich an heimischen Orchideen, Johanniskraut und anderen „wilden“ Blumen mindestens genauso erfreuen, wie an den paar Rosen.

Zeit für Veränderung

Passivhaus mit Gründach.
Das Haus verschwindet fast in der Landschaft.

Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm von deinen Plänen, heißt es. Nach 14 Jahren ist es Zeit, das Haus zu verkaufen. Ich wünsche mir Käufer, die den Gedanken, schonend mit unserer Umwelt umzugehen, weiter führen wollen. Menschen, die sich über die – heuer erstmal reichlich zu erntenden – Äpfel freuen und auch über die gelbe Knorpelkirsche. Endlich trägt sie genug, um die Ernte mit den Amseln teilen zu können. Ich weiß, dass es Sinn macht, dass ich diese Bäume schon vor über 10 Jahren ausgesucht und gepflanzt habe. Es gibt wen, der sich über die nun zu beerntenden jungen und kräftigen Bäume freut und ich freue mich mit.
Ich wusste die angenehme Nachbarschaft sehr zu schätzen. Man war füreinander da ohne einander auf die Nerven zu gehen. Ich habe in Senftenberg viel gelernt, vor allem über mich selbst. Die 14 Jahre sind ein wichtiger Teil meiner Lebensgeschichte und ich bin dankbar dafür. Möge das Haus nun einer neuen Familie ein gutes Heim sein.
Update: Das Haus wird nun über eine Maklerin zum Verkauf angeboten. Alle weiteren Informationen finden sich hier.

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